Apropos System

19 11 2007

Natürlich kann man sich nicht um alles und jede mögliche Perspektive kümmern. Irgendwie bleibt man allein immer unvollständig und vorläufig.
Allerdings ist diese Einsicht kein Grund, bestimmte Dinge nicht doch zu tun, jeweils nach unseren Möglichkeiten. In jedem Fall sollten wir versuchen, dem zufällig Erscheinenden eine gute Gelegenheit zu geben.

So wie neulich: irgendwo quer gelesen und bei der Gelegenheit darauf gekommen, dass Ludwig Wittgenstein in seinen Überlegungen zwar eng naturwissenschaftlich ausgerichtet war, dennoch mir heute, etwa 90 Jahre nach der Niederschrift, sehr systemisch vorkommt wenn er schreibt:

„(…), dass kein Teil unserer Erfahrung auch a priori ist.
Alles, was wir sehen, könnte auch anders sein.
Alles, was wir überhaupt beschreiben können, könnte auch anders sein.
Es gibt keine Ordnung der Dinge a priori.“

Denn: „Die Grenze meiner Sprache bedeuten die Grenze meiner Welt.“

Damit sind die Möglichkeiten und die Grenzen beschrieben, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben. Ganz deutlich systemisch wird es dann, wenn wir eine weitere Dimension hinzunehmen, in der es dann darum geht, miteinander und in Verbindung / Beziehung zueinander die jeweiligen Perspektiven auszutauschen, um zu weiteren Möglichkeiten zu kommen.

Oder anders gesagt: zu weiteren guten Gelegenheiten.

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Quelle: Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, 5.634 und 5.6. Werkausgabe Band 1, S. 68f. Suhrkamp 1984





Laterale Führung

27 10 2007

Inzwischen braucht schon gar nicht mehr so genau hinhören, um ein Thema sehr genau mitzubekommen, dass in Unternehmen eine inzwischen gewichtige Rolle spielt: die laterale Führung.

Viele Titel sind für den gleichen Zusammenhang in Verwendung, so z.B. Führen ohne Weisungskompetenz, fachliche Führung ohne disziplinarische Verantwortung, Steuern in Matrixorganisationen, Wirksam agieren in nicht hierarchischen Kontexten, Führen ohne Führung etc.

Für Unternehmen ist es enorm wichtig, sich dieser Frage zuzuwenden, denn in dem Maße wie die Vernetzung von Bezügen innerhalb des Unternehmens wächst und auch wachsen soll (zunehmende Projektarbeit, bereichsübergreifende Tätigkeiten, hierarchiegemischte Projekte, Internationalisierung usw.), nimmt auch die Nachfrage derer zu, die in diesen Zusammenhängen eine maßgebliche Verantwortung und Steuerungsfunktion haben, wie sie es denn eigentlich machen sollen, wie kann man effektiv steuern ohne die vereinfachenden hierarchischen Durchgriffsmöglichkeiten.

Mit den veränderten Notwendigkeiten, ändern sich auch die Strukturen. Beidem muss das eigene (Funktions-)Verständnis und die Sicht auf die Notwendigkeiten bzw. Möglichkeiten der Situation folgen.

Wir möchten als Lateralsystem genauer wissen, welche veränderten Anforderungen es gibt und welche praxisrelevanten Interventionsmöglichkeiten sinnvollerweise zu schaffen sind. Vor allen Dingen auch: wie könnte unser Beitrag aussehen.

Dazu geben wir gerade eine Studie in Auftrag. Näheres unter Projekte.

Kunsthaus1007





Innovation

4 09 2007

Heute ist mir noch einmal mit mehr Deutlichkeit etwas klar geworden, was ich im Prinzip längst schon wusste (offensichtlich trägt die Zeit doch etwas dazu bei, anders zu begreifen): das Neue, Veränderte, Innovative kommt vom Rand – oder anders gesagt von der Seite, also lateralsystemisch – her.

Dort scheint es zunächst etwas einsam, wirkt allein, manchmal vielleicht sogar verloren, macht sich dennoch bemerkbar, zweifelt mitunter an der Nützlichkeit der eigenen Idee, versucht es noch einmal und immer wieder und wird sich schließlich behaupten, wenn es sich bewährt hat.
Klar ist, ein Selbstläufer ist die Innovation zunächst nicht, es ist viel Arbeit, viel Ungewissheit, viel Disziplin damit verbunden, bis es dann „fliegt“.

Dann allerdings wird die Energie und die Freude sehr deutlich spürbar und lässt uns Weiteres entdecken …
(Etwas später kommt dann auch die Verantwortung ins Spiel, das ist aber ein eigenes Thema.)





Systemische Beratung ermöglicht

4 09 2007

….die Wahrnehmung neuer, bisher unbekannter Perspektiven

….ein Verständnis für die Haltung der übrigen Beteiligten

…den Respekt vor den bestehenden Perspektiven

…die Analyse von Mustern in der Kommunikation und Interaktion

…die frei(er)e Entscheidung, bei welchen „Spielen“ ich mitspielen will

…die Chance aus destruktiven „Spielen“ auszusteigen

…Erweiterung

…Raum für Neues und Nützliches

…Innovation

.





Laterales Denken

2 09 2007

Grundsätze:

Es wird zugelassen, dass vorliegende Informationen subjektiv bewertet und selektiv verwendet werden. Details werden nicht analytisch, sondern intuitiv erfasst.

Gedankliche Sprünge und Assoziationen werden zugelassen, nicht jedes Zwischenergebnis muss richtig sein.

Ja/Nein Entscheidungen werden vermieden. Auch nicht durchführbare Lösungen können ein Schritt zum besseren Verständnis des Problems sein.

Konventionelle Denkmuster werden in Fraege gestellt, indem z.B. bewusst nach der unwahrscheinlichsten Lösung eines Problems gesucht wird.

Ausgangssituation und Rahmenbedingungen werden als nicht unveränderbar hingenommen.

Edvard de Bono 1967

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Lateralsystem – eine andere Definition …

29 08 2007

Ein Lateralsystem legt Seezeichen zur Navigation fest.

Diese Navigationszeichen werden in der internationalen Seefahrt zur Markierung von Fahrwassern eingesetzt. Die Hauptrichtung einer Hafenzufahrt, eines Flusses oder eines Fahrweges als “von See kommend” wird dadurch festgelegt.

Im Gegensatz zu kardinalen Zeichen, in denen die Lage einer Gefahrstelle mit verschiedenen Tonnen in Kompassrichtung dargestellt wird, zeigen laterale Zeichen die Mitte, Steuerbord- oder Backbordseite eines Fahrwassers an und sind damit richtungsweisend.

Quelle wikipedia








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